Eindrücke von der BioFach die Letzte

February 21st, 2009

Nun war ich also insgesamt 3 1/2 Tage auf BioFach und Sustainability Konferenz unterwegs. Ich bin voller Eindrücke und Ideen, die ich für mich noch ein wenig sortieren muß. Es ist toll, daß die BioFach Internet Bloggern die Möglichkeit gibt sich zu akkreditieren und somit Zugang zu Pressekonferenzen und Logistik zu bekommen. Hier ist die Nürnberger Messe ein echter Vorreiter und ich möchte mich auf diesem Wege bei Peter Ottmann, dem Pressesprecher der Messe Nürnberg für die Gastfreundschaft nochmals herzlich bedanken!

Gestern Abend lud uns Peter Ottmann dann auch noch zum zweiten Mal zum Blogger Treffen ins CCN West ein. Bei Bio-Essen und Bio-Getränken, gab es Gelegenheit sich mit den 40 anderen Bloggern, die teilweise extra für das Treffen angereist waren auszutauschen und Ideen zu diskutieren. Hier habe ich auch noch Kollegen aus der Region kennengelernt. So berichtet Andy unter www.bayern-wolln-mer.net aus unserer fränkischen Heimat und Tobias Preiss (www.touch2be.de) engagiert sich rund um die Grundeinkommensinitiative in einer Nürnberger Gruppe, die ich am Montag gleich mal heimsuchen werde ;-) . Auch war es toll, Kirsten Brodde mal kennenzulernen, die unter www.gruenemode.de bloggt, die ich aber durch ihr Buch “Saubere Sachen” kannte, einem absolut empfehlenswerten Buch über grüne Mode und Öko-Etikettenschwindel. Es waren auch viel Start-ups gekommen, die mit neuen Unternehmensideen an den Start gehen. Ich bin schon gespannt was aus diesen Initiativen wird!

Mit Peter Ottmann konnte ich dann auch noch meine Beobachtungen zu Müll und Imbiss auf der BioFach los werden. Wenn da Bio-Anbieter Nasi Goreng in Plastikbechern anbieten, ist das in Zeiten von eßbaren Bechern und vielen anderen ökologisch verträglichen Alternativen, nur schwer zu verstehen. Da gab es für mich viele kleine Ungereimtheiten an den Ständen, die nicht zum Auftritt paßten. Als Michael Wenzl und ich bei Gebana waren, konnte uns Nicolas nur Nestle Kaffee anbieten, für eine Fairhandelsfirma auch seltsam. Peter will dem nochmal nachgehen. Vielleicht hören wir da ja noch von ihm.

Alle hatten ordenlich Sitzfleisch und Gesprächsstoff, so daß, als ich dann zu später Stunde nach einem langen Messetag die Segel strich immer noch eine ansehnliche Gruppe am diskutieren war.

Toll wars, herzlichen Dank allen für einen schönen Abend! Ich freue mich schon aufs nächste Jahr!

Frank

Berichte von der BioFach – Teil 2: Heute: Siegel Ist mehr hier nicht weniger? + Transfair führt Fairtrade Code System ein

February 21st, 2009

Liebe FAIRwandler,
Gestern habe ich mich auf der BioFach insbesondere zum Thema Siegel Dschungel mit einigen Verantwortlichen unterhalten, um zu verstehen, wie es hier weitergehen soll und warum hier von außen betrachtet so wenig Kooperation und Koordination zu passieren scheint. Fangen wir mal mit dem klassischen Fairtrade Bereich an.

Hier ging ja vor einigen Monaten die IMO (Institut für Marktökologie) mit ihrem Fair for Life Siegel an den Start, um einen weiteren Fairtrade Standard zu etabilieren. IMO kommt aus dem Bereich der Bio-Zeritifizierungen und trägt mit diesem Schritt, nach eigener Aussage, dem Wunsch vieler Kunden Rechnung, doch auch eine Fairtrade Zertifizierung anzubieten. Auf Nachfrage bei IMO am Stand, warum man denn nicht mit FLO Zusammenarbeiten würde, um hier den Verbraucher nicht unnötig mit zwei konkurrierenden STandards zu verwirren hieß es, daß zum einen hier Produktgruppen zertifiert würden, für die FLO noch keine Zertifizierung anbietet (hier wurde beispielsweise Anis genannt), zum anderen sind auch die Kriterien etwas anders gelagert. Der wesentliche Unterschied liegt wohl zum einen darin, daß IMO keine Lizenzgebühren für seine Zertifizierung verlangt, zum anderen gibt es hier keinen festgelegten Mindestpreis. Vielmehr überläßt man es den Produzenten hier selbst einen Mindestpreis zu verhandeln.

Natürlich habe ich auch bei FLO nachgefragt, warum die Gespräche zu einer Zusammenarbeit gescheitert sind. Ich habe aber auf der Messe keine Stellungnahme bekommen. Keiner wollte sich dazu äußern, es wurde mir aber versprochen, daß ich im Nachgang zur Messe noch etwas bekommen würde. Beim Weltladen Dachverband und dem Forum Fairer Handel schüttelt man über das neue Siegel nur den Kopf.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit dieses Siegel Akzeptanz findet. Aus Verbrauchersicht ist es aber sicherlich nicht hilfreich, dem Siegeldschungen hier noch ein weiteres Siegel hinzuzufügen, zumal das Fairtrade Siegel eines der wenigen international eingeführten Siegel mit hoher Akzeptanz ist. Ich denke, am Ende stecken hier auch wirtschaftliche Interessen dahinter.

Mehr Informationen zu diesem neuen Siegel findet ihr unter:
www.imo.ch

Auch in der Naturkosmetik Branche ist ein neues Siegel angetreten, für mehr Transparenz zur Sorgen. Die 3 NaTrue Siegel wurden von 5 der großen Hersteller ins Leben gerufen, um ein Zeichen zu setzen, wie es auf der Webseite heißt. Am NaTrue Stand erzählt man mir, daß es darum ginge, einen europaweiten Standard zu setzen. Ich persönlich bin da immer etwas skeptisch, wenn Hersteller selbst ein Siegel gründen um die Qualität ihrer Produkte zu zertifizieren. Im Gespräch mit BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V.), die bislang mit ihrem eingeführten Siegel “kontrollierte Naturkosmetik” 130 Produzenten unter Vertrag haben schüttelt man naturgemäß über das neue Siegel den Kopf. 5 BDIH Kunden hätten sich hier abgespalten, darunter Dr. Hauschka und Weleda, wollten mehr europäische Geltung. Auch hier war man offensichtlich nicht in der Lage, einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Bislang fahren aber alle, außer Weleda, noch einen parallelen Kurs. Schon alleine, weil bei NaTrue bisher nur wenige Produkte zertifiziert sind und auch die Akzeptanz im Markt erst noch gewonnen werden muß!

Alle Branchen sehen die Zusammenführung von fairen + bio Standards, das ist höchst erfreulich. Die neuen Siegel sind für mich aber keine erkennbare Verbesserung der Transparenz im Markt, aus meiner Sicht ist hier für den Verbrauche mehr eher weniger!

Auf der Transfair Pressekonferenz gab es dann aber auch viele postive Neuigkeiten. Das Highlight war sicherlich der Launch des neuen Fairtrade-Code Systems:
http://www.fairtrade-code.de/
Hier könnt ihr zukünftig auf Spurensuche zu eurem Produkt gehen. Wo wurde es hergestellt, welche Produzenten stecken dahinter? Wer ist der Importeur? Entlang des Entstehungsprozesses wird über diesen Code das Produkt für den Verbraucher noch viel anfaßbarer. Wie ich finde, eine tolle Sache, die hoffentlich Fairtrade weiter Auftrieb beim Konsumenten gibt! Noch sind es nur wenige Produkte, aber es sollen bald mehr werden, die über dieses System nachverfolgt werden können.

Auch Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair, spricht über die zunehmende Integration von Fair+Bio und verspricht, hier weiter mit FLO daran zu arbeiten, möglichst viele faire Produkte auch in Bio Qualität zu liefern. Es sind hier aber immer 2-3 Jahre der Umstellung zu überbrücken und natürlich auch Finanzierungskonzepte zu entwickeln, um diese Umstellung für die Produzenten möglich und sinnvoll zu machen. Gerade im Textil Bereich und bei Zucker gestaltet sich eine solche Umstellung bei den derzeitigen Marktpreisen für die Produzenten sehr schwierig, so Overath. Auch die Wirtschaftskrise wirft hier ihre Schatten, da die Hürden für Kreditvergaben hier höher geworden sind.

Es gibt auch neue Produktentwicklungen, an denn gearbeitet wird, so will man Fisch und Shrimp als nächstes zertifizieren.

Von FLO erfahre ich dann noch, das neben der Fischerei Branche auch für die Tourismus Branche geprüft wird, inwieweit hier ein Fairtrade Logo Anwendung finden könnte.

Alles in allem macht die Entwicklung im fairen Handel Mut! Deutschland hat hier noch großen Nachholbedarf im Vergleich zu europäischen Nachbarn wie der Schweiz oder England. Mit 110 Mio Umsatz ist das Transfair Siegel der Branchen Primus. Keiner konnte mir Zahlen zum Gesamtvolumen des Fairen Handels nennen, da es hier auch keine gemeinsame Sichtweise gibt, was hier neben dem Transfair Volumen hinzuzurechnen wäre. Hand-in-Hand von Rapunzel, Rainforest Alliance, die Liste anderer Labels die mit FAIR werben ist mittlerweile lang geworden. Aus Sicht des Weltladen Dachverbandes und Forum Fairen Handels sind diese Label aber nicht wirklich fair. Man könnte als sagen, sie sind im Transfair zu fair ;-) (konnte mir dieses Wortspiel nicht verkneifen).

Fest steht aber, daß die Produzenten diese ideologischen Debatten wenig kümmern, wenn ihnen beispielsweise das Hand-in-Hand Siegel zu gesünderen Arbeits- und Lebensbedingungen verhilft. Vielleicht schafft es ja die Branche irgendwann, sich nicht nach den selben alten Mustern des Kapitalismus zu verhalten und stärker zu kooperieren und zu integrieren.

Herzlich grüßt

Frank

Biofach Impressionen – 1

February 21st, 2009

Hallo,
Seit heute ist Nürnberg für 4 Tage wieder die globale Bio-Hauptstadt. Die BioFach – Weltleitmesse für Bio Produkte, und die Vivaness – Weltleitmesse für Naturkosmetik und Wellness, haben die Tore wieder für das Fachpublikum geöffnet. Über 2700 Aussteller sind anwesend und es gibt dieses Jahr erstmalig eine Sonderschau “Organic+Fair” in Halle 3, leider etwas sehr ab vom Schuß, aber immerhin. Begleitet wird diese auch von einer Reihe von interessanten Vorträgen rund um das Thema. Auch hier zeigt sich, daß so langsam zusammenwächst, was zusammen gehört, Bio+Fair treten mehr und mehr als ein starkes Team auf.

Mir ist die Zusammensetzung der Aussteller nicht so ganz plausibel, die hier in dieser Organic + Fair Zone versammelt sind. Im Gespräch mit dem Forum Fairer Handel erzählten die mir dann auch, daß weder der Weltladendachverband noch das Forum in die Vorbereitung einbezogen waren und eigentlich nur durch Zufall davon erfahren hatten. Der Versuch hier gemeinsam mit der Messe zu arbeiten hat da leider nicht geklappt. Auch die IMO mit ihrem relativ neuem Fair for Life Siegel ist vertreten. Morgen werde ich sowohl mit IMO als auch mit Transfair sprechen, um mal zu hinterfragen, warum diese beiden Siegel nebeneinander bestehen müssen. Mir erschiene es wesentlich sinnvoller hier zusammenzuarbeiten, denn für die Verbraucher ist es nicht wirklich hilfreich, mit einer Flut verschiedener Siegel konfrontiert zu werden, die miteinander konkurrieren, auch wenn dieses Wort hier natürlich niemand in den Mund nehmen will. Ich werde natürlich hier dann davon berichten!

Was mir wirklich immer wieder gut gefällt ist Fair Deal Trading (http://www.fairdealtrading.de ), die mit ihrer Innovationskraft immer neue Produktgruppen und Produkte für den fairen Markt entwickeln. Gründer Martin Kunz hat hier wirklich ein gutes Händchen. Ganz neu gibt es jetzt beispielsweise Flip Flops, die direkt in SriLanka gefertigt werden, wo auch der Bio-Kautschuk angebaut wird. Auch kompostierbare Gummi Bänder, Spülhandschuhe sind neu im Sortiment. Dann gibt es natürlich die Schuhe und Bälle von Ethletic, die für jeden Sportverein Pflicht sein sollten, wenn es nach mir ginge. Schaut euch mal auf der Webseite um. Hier wird Fairtrade in immer neue Felder ausgedehnt, was ich super finde.

Ich spreche hier in meinen Gesprächen mit Ausstellern auch immer das Thema der Elektronik Industrie an. PC und Mobil Telefon sind ja wahre Giftküchen und weder Bio noch Fair haben diesen Markt bislang so richtig erreicht, sicherlich auch wegen der hohen Einstiegsbarrieren dieser Branchen. Sowohl die Produktpolitik als auch das Verhalten dieser Branche ist bislang leider nicht wirklich zukunftsorierntiert. Bleibt zu hoffen, daß auch dieser Bereich bald mehr Beachtung findet.

Außerdem gibt es dieses Jahr auch zum ersten Mal eine Textil-Area für Öko-Mode in Halle 7, die Glore Gründer Bernd Hausmann mit organisiert. Auch hier zeigt sich, wieviel in dieser Branche passiert. Viele neue junge Mode Labels stellen hier aus und zeigen junge, ökologisch korrekte Mode. Die Gründer und Macher dieser Labels sind allesamt noch richtig jung und ich bin überzeugt, daß wir von Labels wie Fairliebt (www.fairliebt.com ), Zündstoff (www.zuendstoff-clothing.de ) oder Bonhom (www.bonhom-clothing.de ) noch viel hören werden, um nur mal einige exemplarisch zu nennen, mit denen ich mich heute unterhalten habe. Alle haben gemeinsam, daß sie ökologisch korrekte Mode designen wollen, die cool ist.

Als Randnotiz fällt mir immer wieder auf, wieviel Abfall hier durch das reichen kleiner Häppchen an all diesen Ständen entsteht. Von Einweg Löffeln über kleine Schalen wird hier weggeschmissen im Sekundentakt. Ich habe das mal an einem Stand verfolgt, der kleine Proben Nasi Goreng verteilte. In einer Minute sind 15 dieser kleinen Abfallschüsseln samt Mini-Löffel in den Abfall gewandert. Da sollte es doch mittlerweile kreativere Mittel geben, eßbare Schüsseln etc……

Alles in allem war es ein spannender erster Tag hier auf der BioFach und ich bin voller Eindrücke und Ideen, was alles noch so möglich sein könnte.

Herzlich grüßt

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 4

February 19th, 2009

Fairtrade ist ja, wie ihr wißt ein Fokusthema für mich. Daher ein Überblick, was es hierzu heute Neues zu berichten gab.

Das Thema Fairtrade wurde am heutigen Konferenztag und bei der Eröffnungs Pressekonferenz zur BioFach/Vivaness vielfach diskutiert. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte rund um das Fairtrade Thema.

Zuerst von der Pressekonferenz. Dort wurde erfreulicherweise das Thema Fairtrade und allgemein die soziale Dimension rund um Nachhaltigkeit intensiv erörtert, was die wachsende Bedeutung dieses Themas zeigt, aber auch das Zusammenwachsen von Bio und Fair, zumindest in den Köpfen, nocheinmal deutlich macht. Zunächst einmal ein paar Zahlen für die Statistiker unter euch. Die Zahlen stammen von Organic Monitor und wurden auf der Pressekonferenz vorgestellt.

Der globale Bio-Markt war 2007 auf einem Volumen von 46,1 Mrd. US$, bei einem angenommenen Wachstum von 10-15% in 2008 würde das für das abgelaufene Jahr ein Volumen von über 50 Mrd. US$ bedeuten. Deutschland ist der zweitgrößte Markt nach den USA. Fast 100% des Volumens verteilen sich auch Nord-Amerika und Europa, was nicht weiter verwunderlich ist. Die Naturkosmetik ist der zweitgrößte Sektor mit einem weltweiten Umsatz von 7Mrd US$, davon 65% in N. Amerika. Auch hier ist Deutschland das zweitgrößte Land. Derzeit ist der Anteil an Naturkosmetik am Gesamt Kosmetikumsatz im deutschen Markt bei ca. 5%.

Fairtrade Produkte wurden für 3.3 Mrd. US$ umgesetzt. Dieser Markt ist weitaus schneller als der Bio-Sektor gewachsen, nämlich um sagenhafte 47%. Hier ist Europa im Gegensatz zu Bio mit 65% Anteil führend. Was aber hier auffällt, ist der Fakt, daß Deutschland im Gegensatz zum Biosegment hier nicht entsprechend seiner wirtschaftlichen Stellung in Europa abschneidet. Länder wie Frankreich, die Schweiz aber auch Finnland liegen hier über den deutschen Fairtrade Zahlen, was erstaunlich ist. Da stellt sich natürlich die Frage, warum Bio in Deutschland erfolgreicher ist, als in anderen Ländern, während Fairtrade offensichtlich bei uns noch ein Nischendasein fristet.

Es würde mich interessieren, eure Meinung zu hören, woran das liegen könnte!

Es gab heute auf der Konferenz eine Break-out Gruppe zum Thema: Offering good practice – social aspects and fairtrade. Auf dem Podium hatte sich eine interessante Gruppe zusammengefunden. Zum einen waren SAI (Social Accountability International), der Geschäftsführer von FLO (Fairtrade Labelling Organisation) und die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) vertreten. Zum anderen aber auch Industrievertreter von Puma und Lidl.

Zu Beginn wurde über die SA8000 (Standard for Social Accountability) Zertifizierung gesprochen. Diese Zertifizierung wurde vor einigen Jahren von SAI entwickelt wurde. Dieser Standard deckt letztlich ein ähnliches Feld ab, welches auch von den Kriterien des Fairtrade Labels abgedeckt wird. Von den Anwesenden wurde allerdings bemängelt, daß ein Betrieb, der sich nach SA8000 zertifizieren läßt, nur schwer damit auch nach außen Werbung machen kann, da dieser Standard beim Verbraucher kaum bekannt ist und auch keine Labels dafür existieren.

Mehr Info zu SA8000 findet ihr bei SAI:
www.sa-intl.org

oder auf Deutsch unter:
http://www.tuv.com/de/sa_8000.html

Rob Cameron, der Geschäftsführer von FLO International e.V. repräsentierte mit dem Fairtrade Siegel eines der wenigen Siegel, die wirklich auf globalen Level Akzeptanz finden. In mittlerweile 58 Ländern findet das Fairtrade Siegel Anwendung. Mehr als 1.6 Millionen Produzenten arbeiten laut FLO nach dem Fairtrade Siegel Standards, die in Deutschland bei Transfair zusammengefaßt sind. Es gibt mittlerweile mehr als 1500 verschiedene Produkte. Gerade diese breite, länderübergreifende Anwendung des Siegels, macht das Fairtrade Logo für die Wirtschaft meines Erachtens so attraktiv, da der Wiedererkennungswert beim Verbraucher hoch ist.

Es bleibt zu hoffen, daß die vielen firmen-spezifischen Standards, die in den letzten 5 Jahren entstanden sind, um vom attraktiven Wachstum des Fairtrade Marktes eine Scheibe abzubekommen, so nach und nach auch in diesem Siegel aufgehen, denn die aufkommende Flut an unterschiedlichen Kriterien und Siegeln verwirrt vor allem die Verbraucher und führt sicherlich eher zu Verunsicherung als zu gesteigerter Nachfrage nach Fairtrade. Rob hob hervor, wie komplex und langsam es ist, zwischen all den verschiedenen nationalen Stakeholdern rund um Fairtrade, den Fairtrade Standard einvernehmlich weiterzuentwickeln. Dies ist sicherlich auch ein Grund, warum viele Firmen ihre eigene Suppe kochen, denn die läßt sich dann nach eigenem Gusto würzen. Wie fair das dann wirklich ist, ist für den Verbraucher ja oft nur schwer einzuschätzen.

Lidl und Puma präsentierten in Kürze deren Nachhaltigkeitsstrategien. Bei beiden war auch Fairtrade ein wesentliches Thema, wenngleich der Anteil fairer Produkte bei Lidl und Puma noch verschwindent gering ist.

Von den Industrievertretern im Publikum kam immer wieder Wunsch, doch ein Sustainability Siegel zu haben, wo ökologische, soziale und Produkt Aspekte gleichermaßen Anwendung finden. Dies wäre sicherlich auch aus Verbrauchersicht wünschenswert, allerdings scheint die Komlexität hinter einem solchen Siegel vielen Teilnehmern noch enorm. Ich glaube auch hier wird in den nächsten Jahren ein Umdenken erfolgen und es wird zusammenkommen, was zusammengehört.

Ich denke, hier sind wir gefordert, durch unser Konsumverhalten ein klares Zeichen zu setzen um so ein noch schnelleres Umsteigen dieser großen Unternehmen zu bewirken.

Insgesamt ist es höchst erfreulich, wie das Thema sozialer Standards einen immer größeren Raum bei Konferenzen und Messen rund um Nachhaltigkeit einnimmt. Auch auf der Biofach gibt es einen Sonderbereich zum Thema Fairtrade, von dem ich dann Morgen berichten werde.

Herzlich grüßt

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 1

February 18th, 2009

Hello,
Today was the first day of the above mentioned international conference. Roughly 240 participants from different industry sectors, along with a number of green activists, such as Möbelmacher founder Herwig Danzer and Ecoworld Publisher Frith Lietsch are among the participants.

From an FAIRtrade perspective, the discussion panel on “Challenging Greenwashing and verifying sustainability” was the most interessting aspect. Sabine Peters-Halfbrodt, Kraft Foods, talked about, how Kraft Foods has build a cooperation with Rainforest Alliance. They have increased their volume of Rainforest Alliance coffee from 2500 tons in 2005 up to 30.000 tons in 2008. Of course, this is still only a small percentage of Krafts coffee production (Kraft owns brands such as Jacobs, Yuban, Kenco and many more) as was pointed out during the discussion.They also deliver this certified Coffee to all McCafé’s. I think the good news is, that by now, all big global players have understood the importance of Fairtrade, as one dimension of sustainability, for the consumers and start to give more focus to this topic.

Another interesting discussion was on labels. There was a desire to have one global standard label, which of course would be great, but makes the process of agreeing and maintaining a standard extremely slow and complicated. Still, there are definitely too many labels, also in FAIRrade, some of which, such as the Rainforest Alliance have sort of a FAIRtrade standard, however there label is way below the FAIRtrade criteria. This is very confusing for us, the consumers, as it is hard to tell, what we buy. This was discussed a lot! I really don’t see, why we need now company specific FAIRtrade labels on top of the Transfair label and the criterias of the One-World-Shops. This does only make things more complicated.

One participant told me today, that he would desire a system, where you find information about the performance on sustainability of a product, just the same way, as companies have to show the ingredients in a product. This, I think is the right way to approach this. This would really help all of us, to base our decisions on facts.

I would be interested in your thoughts and comments!

More tomorrow!

Kind regards

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 2

February 18th, 2009

Hello,
Here is part two of my update from the first Sustainability Conference in Nürnberg.

Todays Key Note was done by Klaus Töpfer, our Ex-Minister of Environment. He talked about “Sustainability in a worlds of crisis. His message was, that only investments, that would focus on both, the economy and the environment would really make sense, instead most of the goverments investments are focusing just on boosting the economy, sometimes with a negative effect on the environment. What’s more critical to us, the destruction of our planet or the breakdown of our economy, he asked. He criticized the “Abwrackprämie” for German cars and said instead there should have been a premium to replace the outdated heating systems in German schools, which would have an impact for economy and environment. I really liked that comparison! It is a shame, we miss this opportunity to do something really meaningful with all that money.

He also believes, the new focus on environment by the the US goverment will help to speed up new product developments, as more competition will arise, in particular from the US. Also he criticized the focus on Gross Domestic Product (GDP) as a measure of the well-being of a country. He shared the example of the Himalayan country Bhutan, where the king had introduced a new index, the Gross National Happiness index to measure the well-being of his population. You find an article in on this topic under the following link:
http://www.nytimes.com/2005/10/04/science/04happ.html?pagewa…

I quite like this concept, as it shifts the focus away from money to a more social dimension of well-being.

The aspect of todays discussions, that I found most interesting was the topic of labeling. Dr. Ulf Jaeckel introduced a new label, the German government wants to use. It is the well known “Blue angel / Blauer Engel”, which was the first enviromental focused label worldwide, introduced by the German Government in 1978. Now this label wants to define a new sustainability standard. You find background information on this new label also on Utopia:
http://www.utopia.de/wissen/ratgeber/der-blaue-engel-wird-zu….

According the Dr. Jaeckel Germany wants to put criteria for a 100 product groups together for the “Blue Climate Angel / Blauer Klima Engel” , all within the next 2 years. I find this whole discussion very confusing and discussing this with other participants, we were all wondering, whether this would truley help. I feel, along with many others, that there are already to many labels and standards, and reducing this would help us consumers more, I think.

What is your opinion?

Marina Hoffhaus from the LOHAS Competence Center talked about Greenwashing. What bothered me, was that she used exactly the same style, she criticized. She made the claim, that 20% of all Germans are LOHAS? I am not sure, where she gets that number from. If this was true, why is not 20% of our consumption with sustainable product. I think, we have to differentiate between “LOHAS talkers” and “LOHAS walkers”, who truley translate the talk into action. Anyways, there is no doubt, the LOHAS movement is growing!

Do you know what LOHAS is and do you see yourself as part of this life style?

I want to close for today with another one of Klaus Töpfers statements:
“Our life style and consumption behaviour is not a successful article to export to other countries”
“Unser Lebensstil und unser Konsum Verhalten sind kein erfolgversprechender Export Artikel für andere Länder”

I think he is right about that, and this is exactly were we can contribute to make a difference!

More tomorrow!

Kind regards

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 3

February 18th, 2009

Hallo liebe Menschen des kleinen Unterschieds,
Wie versprochen, auch heute wieder eine Zusammenfassung von der obigen Konferenz, die heute zu Ende ging, diesmal auf Deutsch.

Ich denke zusammenfassend läßt sich sagen, daß diese für Unternehmen ausgelegte Konferenz rund um das Thema Zukunftssicherung ein guter Start war. Alleine die Mischung der Teilnehmer, die gefühlt aus ca. 50% “Aktivisten”/grüne Unternehmer und Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft auf der anderen Seite bestand. Firmen wie Kraft, Lidl, Puma u.a. bekamen ein Forum, um ihre “Sustainability strategies”, wie das dann so schön heißt, vorzustellen. Eines hatten alle gemeinsam, die Form der Darstellung steht in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Leistung der Unternehmen rund um das Thema Zukunftssicherung.

Da sang Lidl das hohe Lied auf ihr Fairglobe Brand um dann auf Nachfrage aber zugeben zu müssen, daß es derzeit nur 12 zertifizierte Produkte in einem Sortiment von über 1100 Artikeln. Interessant war hier der Bericht über Lidl’s Launch eines MSC zertifizierten Fisches in Deutschland, der das alte Produkt ablösen sollte, aber 20 Cent teurer war. Es dauerte über 2 Jahre, ehe dieses Produkt im Markt wirklich etabliert war. Für viele ist eben immer noch Preis das alleinige Kaufkriterium. Dieses Verhalten wird in Zeiten sinkender Einkommen und höherer Arbeitslosigkeit sicherlich eher noch zunehmen!

Puma’s präsentierte seine S.A.F.E. Strategie, wo aber letztlich im Augenblick gerade einmal 150.000 Shirts aus fairer Produktion stammen und ein paar “faire” Fußbälle produziert werden. Von Kraft hatte ich ja gesterns schon berichtet. Auch REWE gab heute eine Präsentation zum Thema: “Sustainability – Opportunity or pre-condition for business?”. Auch der REWE Konzern hat hier viel Arbeit in eine durchgängige Strategie und Kommunikation nach innen, wie nach außen gesteckt und aus meiner Sicht von den Anwesenden die handfestesten Umsetzungsaktivitäten auf den Weg gebracht. Da wurden entlang der gesamten Beschaffungskette Partnerschaften z.B. mit WWF und Greenpeace etabliert, um das Thema Zukunftssicherung im Fokus zu haben. Auch wurden alle deutschen Betriebe der REWE auf Öko-Strom umgestellt. Das hat mir persönlich gut gefallen, denn hier wurden nicht nur ein paar Produkte als Feigenblatt und Testballon für diesen kommenden Markt etabliert sondern auch nach Innen werden Maßnahmen umgesetzt. Das wirkte für mich noch am Glaubwürdigsten.

Zusammenfassend läßt sich sagen, da die Unternehmen gerade mal beginnen an der Oberfläche zu kratzen und meist immer mit dem Alleinigen Fokus diesen Markt nicht zu verschlafen. Dies zeigt aber auch wieder wie wichtig die Rolle des Konsumenten, also unsere Rolle!, hier ist!

Es ist ja auch sehr positiv, daß mittlerweile jedes größere Unternehmen Mitarbeiter mit der Ausarbeitung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie beauftragt hat. Das macht Hoffnung, daß aus diesen ersten Gehversuchen schnell auch konkrete, weiterführende Aktionen und ein Umdenken um den Produktmix entstehen kann, auch ohne gesetzliche Zwänge, rein getrieben von der Marktentwicklung.

Am Vormittag hatte Alexander Müller von der FAO (Food and Agriculture Organization der UN) interessante Szenarien rund um die Themen Wasser, Nahrung und Ressourcen Verbrauch gezeigt. Über die nächsten 20 Jahre werden sich gerade in Afrika und Asien drastische Engpäße, weit über das heutige Maß hinaus, ergeben, sowohl was die Nahrungsmittelversorgung, gerade in den schnell wachsenden Ballungsräumen anbetrifft, als auch bei der Wasserversorgung. Wir laufen hier sehenden Auges in eine Katastrophe wenn hier nicht schnell auf globalen Level gegengesteuert wird.

Ich denke, es ist gut, daß es eine solche Konferenz gibt. Gerade auch wegen des Austausches, der hoffentlich auch zu Umdenken oder zumindest Abwägen neuer Alternativen führen könnte.

Es hat mich wieder einmal bestärkt, daß es wichtig ist, möglichst viele Menschen zu erreichen um mit unserem Konsumverhalten für eine zukunftsfähige Welt abzustimmen!

Herzlich grüßt

Frank

Besuch beim Rat für nachhaltige Entwicklung

November 18th, 2008

Liebe Freunde,

Am Montag war ich in Berlin beim Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE), der unter dem Motto “Zukunft verantworten” stand. Der RNE wurde 2001 erstmals von der Bundesregierung berufen, Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung von konkreten Handlungsfeldern und Projekten sowie Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. Bei der Veranstaltung nahmen neben den Ratsmitgliedern noch Vertreter von Politik, Wirtschaft und NGO’s teil. Insgesamt waren mehr als 1000 Teilnehmer gekommen.

Natürlich stand die gegenwärtige Wirschaftskrise und deren mögliche Auswirkungen auf Investitionen rund um das Thema Nachhaltigkeit immer wieder im Mittelpunkt. Die Botschaft des Rates hier war klar. Die Krise darf keine Ausrede sein, um die Nachhaltigkeitsziele, wie z.B. im Kyoto Protokoll festgelegt, nicht erfüllen zu müssen.

Es gab unter anderem auch eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: “Wandel durch Konsum: Utopie oder Realität?”, die natürlich sehr gut auch zu unserer Gruppe hier paßt. Warum das als Frage forumuliert war, ist mir nicht so ganz klar, denn es ist ziemlich offensichtlich, daß Konsum in jedem Fall Wandel erzeugt, die Frage ist nur, Wandel wohin. Jede Kaufentscheidung wird von Marktforschern wie GFK und den Produzenten genau analysiert. Daraus wird versucht Trends abzuleiten, die dann letztlich wesentlich mit beeinflußen, wo Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsgelder fließen. Leider war die Diskussion nicht sehr fruchtbar, was sicherlich auch an der schwachen Moderation von Anja Reschke (bekannt vielleicht vom Politmagazin “Panorama”). Um die Diskussion zu starten, fragte sie beispielsweise Frau Dr. Zahrnt, Mitglied des Rates, ob es denn aus Nachhaltigkeitsgründen heraus sinnvoll gewesen war, daß sie am Wochenende selbst Apfelmus gekocht hat oder sie nicht besser Apfelmus im Supermarkt gekauft hätte. Leider wurde es auch im Laufe der Diskussion nicht viel besser. Spannend fand ich, das Claudia Langer, Gründerin von Utopia, sich dagegen wehrte, als sie als Vertreterin der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) angesprochen wurde. Dabei ist Utopia und auch ihr ganz persönlicher Werdegang geradezu ein Musterdruck für den typischen LOHAS, wie ihn die Marktforscher definieren. Dabei finde ich, daß LOHAS endlich ehrlich damit umgeht, daß wir alle eben nicht perfekt sind, auch die nicht, die so tun! Wenn wir Perfektion verlangen, verlieren wir 95% der Bevölkerung auf dem Weg. Was wir aber sicherlich brauchen, ist schneller Fortschritt!

Leider war die Konferenz insgesamt nicht das, was ich erwartet hatte. Zuviel Podiumsbeschallung, zu wenig Aktion und am Ende keinerlei konkrete Beschlüße oder zumindest Ideen, was vom RNE neuer ausgehen könnte.

Klaus Töpfer war sehr erfrischend in seiner Art, wenngleich auch bei ihm keine wirklich konkreten Dinge angesprochen wurden und vielmehr altbekanntes neu formuliert wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt dann am Nachmittag einen Vortrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung, ehe sie eiligst ins Kanzleramt zurück mußte, um auch an der Opel Rettung beteiligt zu sein. Ich habe Frau Merkel zum ersten Mal live erlebt. Ihre Art ist sehr symphatisch und volksnah, allerdings war es inhaltlich ein blutleerer Vortrag ohne jegliche konkrete Aussagen, alles wurde irgendwie dann doch schön geredet oder zumindest die Schuld außen gesucht. So ist das wohl eben.

Am besten war dann wieder einmal das Netzwerken mit Gleichgesinnten und die Leutturmprojekte, die aus der Mission Sustainability des Rats für nachhaltige Entwicklung ausgewählt wurden, um sich den Teilnehmern im Foyer vorstellzustellen. Darunter gab es wirklich witzige und kreative Projekte wie z.B. das Projekt RAPucation, wo junge Rapper an Grundschulen mit RAP-Musik Lerninhalte vermitteln und das wohl sehr erfolgreich. Ihr könnt euch eines ihrer Lieder (Mutter Erde) hier anhören:
01-mutter-erde

Zusammenfassend läßt sich sagen, viel Prominenz, aufwendiger Event aber leider viel zu wenig Dialog und keinerlei konkrete Beschlüße, die wir als Teilnehmer gemeinsam erarbeitet und beschloßen hätten. Ich mir sicher, das ginge auch anders.

Eine gute Sache die dort verteilt wurde, war ein Einkaufsratgeber, den der RNE entwickelt hat. Dieser Ratgeber ist noch ein Entwurf und soll Konsumenten mit Rat und Tat beim Kauf zur Seite stehen soll. Einiges davon ist recht gelungen, anderes sicherlich noch verbesserungsbedürftig. Hier der Link, falls ihr euch davon inspirieren lassen wollt:

www.nachhaltiger-warenkorb.de

Zusammenfassend läßt sich sagen, es passiert viel allerorten. Auch Utopia hatte ja letzte Woche eine große Konferenz in Berlin. Immer Menschen erkennen, wie wichtig ein zukunftssichernder (gefällt mir besser als nachhaltiger) Lebensstil für uns alle ist. Allerdings komme ich für mich immer mehr zu dem Schluß, daß wir zuviel Konferenzen und Diskussionen organisieren und führen und zu wenig Kreativität in neue Handlungsansätze fließen lassen.  Genug Energie für einen spürbaren Wandel ist auf jeden Fall im Lande, noch ist die Energie aber noch kaum gebündelt, so daß die Kraft nicht in dem Maße spürbar ist, wie das aus meiner Sicht möglich wäre. Ich bin gespannt, was in den nächsten Monaten passieren wird. Die Welt ist in Bewegung, es fragt sich in welche Richtung?

Es wäre schön, eure Ideen und Gedanken zu diesem Beitrag kennenzulernen!

Es grüßt euch herzlich

Euer Frank

Mach den kleinen Unterschied – (ohn)Macht erzeugt Lähmung

November 3rd, 2008

Hallo Internet Community,
Vielleicht hat euch der Titel dieses Blogs ja neugierig gemacht!? Mach den kleinen Unterschied – (ohn)Macht erzeugt Lähmung ist ein Blog der ermutigen will, die eigene Ohnmacht abzustreifen, die so viele von uns spüren, wenn es um die komplexen Themen unserer Zeit geht: Umweltverschutzung, Armut, Fairer Handel…, alles Themen, für die jeder von uns mit verantwortlich ist, die aber vielen von uns komplex und äußerst schwierig erscheinen, uns ohnmächtig fühlen lassen!
Ohnmacht erzeugt Lähmung und genau das ist Industrie und Politik durchaus recht, denn wer sich (ohn)mächtig fühlt, der wird nicht aufbegehren, wird nicht handeln um Veränderung herbeizuführen!

Dabei gibt es überhaupt keinen Grund sich ohnmächtig zu fühlen! Ich glaube fest daran, daß Veränderung immer im Kleinen beginnt und daß jeder von uns der Ausgangspunkt einer solchen Welle sein kann. Jeden Tag haben wir die Möglichkeit viel kleine Unterschiede zu machen, die unsere Welt besser werden lassen.

Unser Konsum ist dabei aus meiner Sicht der wesentliche Hebel! Welche Kriterien sind für unsere Konsumentscheidungen wesentlich? Kaufen wir ausschließlich was billig ist? Ist es uns etwas wert, Produkte zu kaufen, die weder unsere Umwelt noch uns selbst auf Dauer krank werden lassen? Gestehen wir den Menschen, die die Produkte produzieren, die gleichen Rechte zu, die wir hier auch für uns fordern?

Unser Konsum entscheidet darüber wie produziert wird, was produziert wird und in welcher Qualität produziert wird und wofür Forschungsgelder in Industrie und Politik fließen! Unser Konsum entscheidet in der Summe unserer Einzelentscheidungen darüber, ob wir weiterhin mit hoher Geschwindigkeit daran arbeiten Natur und Mensch auszubeuten, bis nichts mehr übrig ist oder ob wir eine Umkehr finden, hin zu nachhaltigen Formen des Konsums.

Das fängt mit Information an! Wer infomiert ist, trifft bessere Entscheidungen, wer informiert ist, läßt sich nicht an der Nase herum führen, wer informiert ist, weiß auf jeden Fall wofür oder wogegen er sich entscheidet! Oft muß es gar nicht teurer sein, Produkte zu kaufen, die für Mensch und Natur gleichermaßen nützlich sind. Dabei gibt es meines Erachtens zwei Strömungen, die man/frau kennen und bei der Kaufentscheidung immer positiv mit berücksichtigen sollte:

1. Fairer Handel
Der faire Handel hat zum Ziel, gesunde Arbeitsbedingungen, gerechte Löhne und Sozialstandards in der Herstellung und im Verkauf eines Produktes mit zu berücksichtigen! Es gibt Siegel, die diese Kriterien überwachen und uns als Käufern als Orientierung dienen. Wer sich mehr zu diesem Thema informieren will, hier ein paar Links:
http://www.transfair.org/
http://www.forum-fairer-handel.de/

Es ist mir bewußt, daß für manchen unter uns, die Entscheidung für fair gehandelte Produkte auch eine finanzielle Frage ist! Jeder sollte hier tun, was er tun kann, denn letztlich dürfen wir uns nicht beschweren, wenn wir irgendwann selbst zu ausgebeuteten werden, wenn wir über Jahrzehnte sehenden Auges dieses Spiel unter dem “Geiz ist geil” Motte mitspielen. T-Shirts lassen sich eben nicht ökologisch und sozial verträglich für 5€ produzieren! Außerdem sind Preise auch immer abhängig von Mengen, also je mehr wir diese Produkte kaufen, desto geringer wird der Unterschied zu herkömmlichen Produkten werden, bis es dann eben nur noch die echten Mehrkosten für gesunde und gerechte Arbeitsbedingungen für uns alle gibt.

2. Bio-Siegel für gesunde oder besser ökologisch verträglichere Produkte
Von Bio sind wir deutlich leichter zu überzeugen, als vom fairen Handel, denn hier liegt der Nutzen für uns klar auf der Hand. Bio-Produkte helfen uns persönlich gesund zu bleiben und weniger Chemie in die Umwelt zu blasen. Mittlerweile hat die Bio Welle eigentlich alle großen Discounter erreicht und Bio Produkte sind überall erhältlich und daß auch zu Preisen, die es den meisten von uns möglich machen sollten, hier den kleinen Unterschied zu machen, für uns und unsere Umwelt. Allerdings sind die Kriterien dort bei weitem nicht so klar strukturiert wie im fairen Handel. Fast wöchentlich entstehen hier neue Siegel, da der Begriff Bio nicht geschützt ist.
Auch hier ein paar Links zum Thema:
http://www.bio-siegel.de/
http://www.novafeel.de/ernaehrung/bio-siegel.htm

Neuerdings wächst der faire Handel und Bio mehr und mehr zusammen, denn wirklich nachhaltig ist eigentlich nur die Kombination dieser beiden Kriterien.

Es finden sich eigentlich bei allen Produkten faire und ökologisch unbedenklichere Alternativen, sei es Kleidung, Reisen, Lebensmittel, Finanzdienstleistungen usw!

Unser Konsum ist eine große Macht und damit auch Verantwortung, die jedem von uns geschenkt ist.

Gepaart mit unserer Wählerstimme können wir darüber massiv Einfluß nehmen, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt. Wir tun das so oder so, denn auch wenn wir einfach blind konsumieren treffen wir jeden Tag eine Entscheidung, in diesem Fall dann oft gegen eine Zukunft für uns alle!

Es geht hier nicht um den moralischen Zeigefinger, vielmehr möchte ich euch allen Mut machen, an die eigene Stärke zu glauben und euere Lebensbedingungen bewußt mitzugestalten

Macht den kleinen Unterschied, geht jeden Tag einen kleinen Schritt voran, auf dem Weg zu einer besseren Welt!

Es grüßt euch herzlich

FrankieTheB