Archive for the ‘Fairtrade’ Category

Veranstaltungstips – FAIR Handeln 2009 und McPlanet 2009

Thursday, March 12th, 2009

Liebe Freunde,
An dieser Stelle ein Hinweis auf zwei Veranstaltungen im April, die sicherlich eine Reise wert sind:

2-5 April: FAIR Handeln in Stuttgart, Messepiazza 1
FAIR HANDELN, die internationale Messe für global verantwortungs-volles und nachhaltiges Handeln, wird vom 2. bis 5. April zum ersten Mal auf dem neuen Messegelände in Stuttgart ihre Pforten öffnen.
Es gibt hier ein breites Ausstellungsangebot fair gehandelter Produkte sowie Angebote und Informationen aus folgenden Bereichen: Corporate Social Responsibility (CSR), Nachhaltiger Tourismus, Entwicklungszusammenarbeit, Faires öffentliches und kommunales Beschaffungswesen sowie Mikrofinanzwesen und nachhaltige Geldanlagen.

Die FAIR Handeln wird von einem attraktiven Rahmenprogramm begleitet. Jeder Tag hat sein eigenes Motto. So ist der Freitag der Schultag, Samstag ist den Kirchen und Kommunen gewidmet und Sonntag ist der Kinder und Familientag mit speziellen Beiträgen zu Öko-Tourismus und FAIREN Finanzdienstleistungen.

Sicherlich eine spannende Veranstaltung für alle, die mal tiefer in die Materie einsteigen wollen oder zum Kontakte knüpfen und Netzwerken.

Mehr Informationen findet ihr unter:
www.fair-handeln.com

24.4. – 26.4.: McPlanet.Com

„Die Weltwirtschaft ist im Umbruch. Die globalen Finanzmärkte sind ins Wanken geraten, eine weltweite Rezession folgt. Klima- und Hungerkrise bedrohen die Existenz von Millionen Menschen. Das System ist dabei, sich selbst zu erledigen. Darum heißt der vierte McPlanet.com Kongress:
“Game Over. Neustart!” Wir stellen die Fragen nach den globalen Zusammenhängen rund um die Krise und suchen gemeinsam nach umfassenden und nachhaltigen Alternativen. McPlanet.com 2009 stellt die drängenden Fragen zur Macht der Märkte über die Belange der Umwelt und spannt damit den Bogen zu Arten-schutz, Ressourcenknappheit und globaler Gerechtigkeit.

Der Kongress bringt Interessierte und Aktive aus Umwelt-, globalisierungskritischen und vielen anderen Bewegungen, die sich mit einer ökologischen und gerechten Zukunft beschäftigen, zusammen. Hier könnt Ihr Euch informieren, austauschen, vernetzen und aktiv werden! McPlanet.com 2009:
ein Bewegunskongress, der provoziert, inspiriert, aktiviert.“

Soviel von der McPlanet Webseite. Na, Lust bekommen? Sicherlich ein spannender Kongress mit viel Möglichkeit zum Nachdenken, Diskutieren und Netzwerken.

Mehr Informationen findet ihr unter:
http://www.mcplanet.com/

Herzlich grüßt

Frank

Die Natur bricht auf – Wir auch?

Thursday, March 12th, 2009

Liebe Freunde,
Nun liegt die dunkle Zeit hinter uns und alle Zeichen der Natur stehen auf Aufbruch. Auch das bevorstehende Osterfest ist ja ein Fest der Hoffnung und des Aufbruchs. Auch der faire Handel braucht weiterhin Einsatz von allen, den bei allem Wachstum, noch ist der FAIRE Handel nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es gilt hier durch konsequentes Vorleben und durch gemeinsame Aktionen dem FAIREN Handel sichtbar zu machen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Auch die BioFach hat gezeigt, dass FAIR vielleicht in absoluten Zahlen nicht so schnell wächst wie wir uns das wünschen würden, da hier nur der klassische faire Handel gezählt wird. Berücksichtigt man aber die vielen Anbieter von Bio-Produkten, die mittlerweile auch Sozialkriterien in ihren Kriterienkatalog aufgenommen haben, um auch diesen Aspekt nachhaltigen Wirtschaftens zu berücksichtigen, so glaube ich, ist das Volumen FAIRER Produkte im deutschen Markt deutlich stärker angewachsen. Wie berichtet hat die IMO, ein etablierter Bio-Zertifizierer, nun einen eigenen FAIREN Standard mit einem eigenem Siegel etabliert. (Fair for Life). Ich hatte ja hier darüber schon berichtet. Dabei kommt natürlich dann immer wieder die Diskussion auf, wieviel FAIR denn dann nun wirklich FAIR genug ist, warum es denn nun verschiedener Siegel bedarf, die das gleiche Produktspektrum im Fokus haben. Es ist anscheinend nicht gelungen, hier zwischen FLO und IMO einen gemeinsamen Ansatz zu finden. Diese Abgrenzungsdebatten halte ich persönlich für nicht wirklich hilfreich, denn jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein Schritt hin zu einer gerechteren Welt. Es gibt aber eben auch die Trittbrettfahrer, die den Trend nutzen um mit dem FAIREN Wort zu werben. Hier braucht es, ähnlich wie bei Bio, eine klare Definition und damit verbunden einen Schutz des Begriffes FAIR, um solche Manipulationen auszuschließen. Hier sollten alle Akteure des FAIREN Handles gemeinsam agieren, um einen solchen Markenschutz zu erreichen.

Alles in allem überwiegen die positiven Eindrücke auf der BioFach. Es ist ermutigend zu sehen, wie FAIR + Bio nun immer mehr zusammenwachsen und FAIRtrade nun auch einen eigenen Bereich auf der BioFach bekommen hat.

Aber nun ein Blick nach vorne! Nun ist es ja nicht mehr lange hin bis zum Osterfest. Dann werden wieder Osternester versteckt, gefüllt mit Schokoladen-Osterhasen, Ostereiern und anderen Köstlichkeiten.

Heute habe ich einen Brief von Gebana bekommen, wo Gebana sein Ostersortiment vorstellt. Auch die anderen Produzenten fairer Schokolade haben Osterhasen und Ostereier im Angebot. Wir sollten also daran denken, auch die Osternester mit FAIREN Leckereien zu füllen! Dies setzt ein Zeichen, gerade auch bei euren Kindern und schafft vielleicht auch Gelegenheit zum Thema ins Gespräch zu kommen!
Wenn ihr nicht wißt, wo der nächste Weltladen in Eurer Nähe ist, um euch mit FAIREN Osterhasen einzudecken, dann schaut einfach nach, unter:
http://www.weltladen.de/
Dort in der linken Spalte unter: Weltladen finden.

Also, setzt auch hier ein Zeichen und kauft für eure Kinder Osterhasen, Schokoeier und was sonst so ins Nest soll vom fairen Handel!

Herzlich grüßt

Berichte von der BioFach – Teil 2: Heute: Siegel Ist mehr hier nicht weniger? + Transfair führt Fairtrade Code System ein

Saturday, February 21st, 2009

Liebe FAIRwandler,
Gestern habe ich mich auf der BioFach insbesondere zum Thema Siegel Dschungel mit einigen Verantwortlichen unterhalten, um zu verstehen, wie es hier weitergehen soll und warum hier von außen betrachtet so wenig Kooperation und Koordination zu passieren scheint. Fangen wir mal mit dem klassischen Fairtrade Bereich an.

Hier ging ja vor einigen Monaten die IMO (Institut für Marktökologie) mit ihrem Fair for Life Siegel an den Start, um einen weiteren Fairtrade Standard zu etabilieren. IMO kommt aus dem Bereich der Bio-Zeritifizierungen und trägt mit diesem Schritt, nach eigener Aussage, dem Wunsch vieler Kunden Rechnung, doch auch eine Fairtrade Zertifizierung anzubieten. Auf Nachfrage bei IMO am Stand, warum man denn nicht mit FLO Zusammenarbeiten würde, um hier den Verbraucher nicht unnötig mit zwei konkurrierenden STandards zu verwirren hieß es, daß zum einen hier Produktgruppen zertifiert würden, für die FLO noch keine Zertifizierung anbietet (hier wurde beispielsweise Anis genannt), zum anderen sind auch die Kriterien etwas anders gelagert. Der wesentliche Unterschied liegt wohl zum einen darin, daß IMO keine Lizenzgebühren für seine Zertifizierung verlangt, zum anderen gibt es hier keinen festgelegten Mindestpreis. Vielmehr überläßt man es den Produzenten hier selbst einen Mindestpreis zu verhandeln.

Natürlich habe ich auch bei FLO nachgefragt, warum die Gespräche zu einer Zusammenarbeit gescheitert sind. Ich habe aber auf der Messe keine Stellungnahme bekommen. Keiner wollte sich dazu äußern, es wurde mir aber versprochen, daß ich im Nachgang zur Messe noch etwas bekommen würde. Beim Weltladen Dachverband und dem Forum Fairer Handel schüttelt man über das neue Siegel nur den Kopf.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit dieses Siegel Akzeptanz findet. Aus Verbrauchersicht ist es aber sicherlich nicht hilfreich, dem Siegeldschungen hier noch ein weiteres Siegel hinzuzufügen, zumal das Fairtrade Siegel eines der wenigen international eingeführten Siegel mit hoher Akzeptanz ist. Ich denke, am Ende stecken hier auch wirtschaftliche Interessen dahinter.

Mehr Informationen zu diesem neuen Siegel findet ihr unter:
www.imo.ch

Auch in der Naturkosmetik Branche ist ein neues Siegel angetreten, für mehr Transparenz zur Sorgen. Die 3 NaTrue Siegel wurden von 5 der großen Hersteller ins Leben gerufen, um ein Zeichen zu setzen, wie es auf der Webseite heißt. Am NaTrue Stand erzählt man mir, daß es darum ginge, einen europaweiten Standard zu setzen. Ich persönlich bin da immer etwas skeptisch, wenn Hersteller selbst ein Siegel gründen um die Qualität ihrer Produkte zu zertifizieren. Im Gespräch mit BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V.), die bislang mit ihrem eingeführten Siegel “kontrollierte Naturkosmetik” 130 Produzenten unter Vertrag haben schüttelt man naturgemäß über das neue Siegel den Kopf. 5 BDIH Kunden hätten sich hier abgespalten, darunter Dr. Hauschka und Weleda, wollten mehr europäische Geltung. Auch hier war man offensichtlich nicht in der Lage, einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Bislang fahren aber alle, außer Weleda, noch einen parallelen Kurs. Schon alleine, weil bei NaTrue bisher nur wenige Produkte zertifiziert sind und auch die Akzeptanz im Markt erst noch gewonnen werden muß!

Alle Branchen sehen die Zusammenführung von fairen + bio Standards, das ist höchst erfreulich. Die neuen Siegel sind für mich aber keine erkennbare Verbesserung der Transparenz im Markt, aus meiner Sicht ist hier für den Verbrauche mehr eher weniger!

Auf der Transfair Pressekonferenz gab es dann aber auch viele postive Neuigkeiten. Das Highlight war sicherlich der Launch des neuen Fairtrade-Code Systems:
http://www.fairtrade-code.de/
Hier könnt ihr zukünftig auf Spurensuche zu eurem Produkt gehen. Wo wurde es hergestellt, welche Produzenten stecken dahinter? Wer ist der Importeur? Entlang des Entstehungsprozesses wird über diesen Code das Produkt für den Verbraucher noch viel anfaßbarer. Wie ich finde, eine tolle Sache, die hoffentlich Fairtrade weiter Auftrieb beim Konsumenten gibt! Noch sind es nur wenige Produkte, aber es sollen bald mehr werden, die über dieses System nachverfolgt werden können.

Auch Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair, spricht über die zunehmende Integration von Fair+Bio und verspricht, hier weiter mit FLO daran zu arbeiten, möglichst viele faire Produkte auch in Bio Qualität zu liefern. Es sind hier aber immer 2-3 Jahre der Umstellung zu überbrücken und natürlich auch Finanzierungskonzepte zu entwickeln, um diese Umstellung für die Produzenten möglich und sinnvoll zu machen. Gerade im Textil Bereich und bei Zucker gestaltet sich eine solche Umstellung bei den derzeitigen Marktpreisen für die Produzenten sehr schwierig, so Overath. Auch die Wirtschaftskrise wirft hier ihre Schatten, da die Hürden für Kreditvergaben hier höher geworden sind.

Es gibt auch neue Produktentwicklungen, an denn gearbeitet wird, so will man Fisch und Shrimp als nächstes zertifizieren.

Von FLO erfahre ich dann noch, das neben der Fischerei Branche auch für die Tourismus Branche geprüft wird, inwieweit hier ein Fairtrade Logo Anwendung finden könnte.

Alles in allem macht die Entwicklung im fairen Handel Mut! Deutschland hat hier noch großen Nachholbedarf im Vergleich zu europäischen Nachbarn wie der Schweiz oder England. Mit 110 Mio Umsatz ist das Transfair Siegel der Branchen Primus. Keiner konnte mir Zahlen zum Gesamtvolumen des Fairen Handels nennen, da es hier auch keine gemeinsame Sichtweise gibt, was hier neben dem Transfair Volumen hinzuzurechnen wäre. Hand-in-Hand von Rapunzel, Rainforest Alliance, die Liste anderer Labels die mit FAIR werben ist mittlerweile lang geworden. Aus Sicht des Weltladen Dachverbandes und Forum Fairen Handels sind diese Label aber nicht wirklich fair. Man könnte als sagen, sie sind im Transfair zu fair ;-) (konnte mir dieses Wortspiel nicht verkneifen).

Fest steht aber, daß die Produzenten diese ideologischen Debatten wenig kümmern, wenn ihnen beispielsweise das Hand-in-Hand Siegel zu gesünderen Arbeits- und Lebensbedingungen verhilft. Vielleicht schafft es ja die Branche irgendwann, sich nicht nach den selben alten Mustern des Kapitalismus zu verhalten und stärker zu kooperieren und zu integrieren.

Herzlich grüßt

Frank

Biofach Impressionen – 1

Saturday, February 21st, 2009

Hallo,
Seit heute ist Nürnberg für 4 Tage wieder die globale Bio-Hauptstadt. Die BioFach – Weltleitmesse für Bio Produkte, und die Vivaness – Weltleitmesse für Naturkosmetik und Wellness, haben die Tore wieder für das Fachpublikum geöffnet. Über 2700 Aussteller sind anwesend und es gibt dieses Jahr erstmalig eine Sonderschau “Organic+Fair” in Halle 3, leider etwas sehr ab vom Schuß, aber immerhin. Begleitet wird diese auch von einer Reihe von interessanten Vorträgen rund um das Thema. Auch hier zeigt sich, daß so langsam zusammenwächst, was zusammen gehört, Bio+Fair treten mehr und mehr als ein starkes Team auf.

Mir ist die Zusammensetzung der Aussteller nicht so ganz plausibel, die hier in dieser Organic + Fair Zone versammelt sind. Im Gespräch mit dem Forum Fairer Handel erzählten die mir dann auch, daß weder der Weltladendachverband noch das Forum in die Vorbereitung einbezogen waren und eigentlich nur durch Zufall davon erfahren hatten. Der Versuch hier gemeinsam mit der Messe zu arbeiten hat da leider nicht geklappt. Auch die IMO mit ihrem relativ neuem Fair for Life Siegel ist vertreten. Morgen werde ich sowohl mit IMO als auch mit Transfair sprechen, um mal zu hinterfragen, warum diese beiden Siegel nebeneinander bestehen müssen. Mir erschiene es wesentlich sinnvoller hier zusammenzuarbeiten, denn für die Verbraucher ist es nicht wirklich hilfreich, mit einer Flut verschiedener Siegel konfrontiert zu werden, die miteinander konkurrieren, auch wenn dieses Wort hier natürlich niemand in den Mund nehmen will. Ich werde natürlich hier dann davon berichten!

Was mir wirklich immer wieder gut gefällt ist Fair Deal Trading (http://www.fairdealtrading.de ), die mit ihrer Innovationskraft immer neue Produktgruppen und Produkte für den fairen Markt entwickeln. Gründer Martin Kunz hat hier wirklich ein gutes Händchen. Ganz neu gibt es jetzt beispielsweise Flip Flops, die direkt in SriLanka gefertigt werden, wo auch der Bio-Kautschuk angebaut wird. Auch kompostierbare Gummi Bänder, Spülhandschuhe sind neu im Sortiment. Dann gibt es natürlich die Schuhe und Bälle von Ethletic, die für jeden Sportverein Pflicht sein sollten, wenn es nach mir ginge. Schaut euch mal auf der Webseite um. Hier wird Fairtrade in immer neue Felder ausgedehnt, was ich super finde.

Ich spreche hier in meinen Gesprächen mit Ausstellern auch immer das Thema der Elektronik Industrie an. PC und Mobil Telefon sind ja wahre Giftküchen und weder Bio noch Fair haben diesen Markt bislang so richtig erreicht, sicherlich auch wegen der hohen Einstiegsbarrieren dieser Branchen. Sowohl die Produktpolitik als auch das Verhalten dieser Branche ist bislang leider nicht wirklich zukunftsorierntiert. Bleibt zu hoffen, daß auch dieser Bereich bald mehr Beachtung findet.

Außerdem gibt es dieses Jahr auch zum ersten Mal eine Textil-Area für Öko-Mode in Halle 7, die Glore Gründer Bernd Hausmann mit organisiert. Auch hier zeigt sich, wieviel in dieser Branche passiert. Viele neue junge Mode Labels stellen hier aus und zeigen junge, ökologisch korrekte Mode. Die Gründer und Macher dieser Labels sind allesamt noch richtig jung und ich bin überzeugt, daß wir von Labels wie Fairliebt (www.fairliebt.com ), Zündstoff (www.zuendstoff-clothing.de ) oder Bonhom (www.bonhom-clothing.de ) noch viel hören werden, um nur mal einige exemplarisch zu nennen, mit denen ich mich heute unterhalten habe. Alle haben gemeinsam, daß sie ökologisch korrekte Mode designen wollen, die cool ist.

Als Randnotiz fällt mir immer wieder auf, wieviel Abfall hier durch das reichen kleiner Häppchen an all diesen Ständen entsteht. Von Einweg Löffeln über kleine Schalen wird hier weggeschmissen im Sekundentakt. Ich habe das mal an einem Stand verfolgt, der kleine Proben Nasi Goreng verteilte. In einer Minute sind 15 dieser kleinen Abfallschüsseln samt Mini-Löffel in den Abfall gewandert. Da sollte es doch mittlerweile kreativere Mittel geben, eßbare Schüsseln etc……

Alles in allem war es ein spannender erster Tag hier auf der BioFach und ich bin voller Eindrücke und Ideen, was alles noch so möglich sein könnte.

Herzlich grüßt

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 4

Thursday, February 19th, 2009

Fairtrade ist ja, wie ihr wißt ein Fokusthema für mich. Daher ein Überblick, was es hierzu heute Neues zu berichten gab.

Das Thema Fairtrade wurde am heutigen Konferenztag und bei der Eröffnungs Pressekonferenz zur BioFach/Vivaness vielfach diskutiert. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte rund um das Fairtrade Thema.

Zuerst von der Pressekonferenz. Dort wurde erfreulicherweise das Thema Fairtrade und allgemein die soziale Dimension rund um Nachhaltigkeit intensiv erörtert, was die wachsende Bedeutung dieses Themas zeigt, aber auch das Zusammenwachsen von Bio und Fair, zumindest in den Köpfen, nocheinmal deutlich macht. Zunächst einmal ein paar Zahlen für die Statistiker unter euch. Die Zahlen stammen von Organic Monitor und wurden auf der Pressekonferenz vorgestellt.

Der globale Bio-Markt war 2007 auf einem Volumen von 46,1 Mrd. US$, bei einem angenommenen Wachstum von 10-15% in 2008 würde das für das abgelaufene Jahr ein Volumen von über 50 Mrd. US$ bedeuten. Deutschland ist der zweitgrößte Markt nach den USA. Fast 100% des Volumens verteilen sich auch Nord-Amerika und Europa, was nicht weiter verwunderlich ist. Die Naturkosmetik ist der zweitgrößte Sektor mit einem weltweiten Umsatz von 7Mrd US$, davon 65% in N. Amerika. Auch hier ist Deutschland das zweitgrößte Land. Derzeit ist der Anteil an Naturkosmetik am Gesamt Kosmetikumsatz im deutschen Markt bei ca. 5%.

Fairtrade Produkte wurden für 3.3 Mrd. US$ umgesetzt. Dieser Markt ist weitaus schneller als der Bio-Sektor gewachsen, nämlich um sagenhafte 47%. Hier ist Europa im Gegensatz zu Bio mit 65% Anteil führend. Was aber hier auffällt, ist der Fakt, daß Deutschland im Gegensatz zum Biosegment hier nicht entsprechend seiner wirtschaftlichen Stellung in Europa abschneidet. Länder wie Frankreich, die Schweiz aber auch Finnland liegen hier über den deutschen Fairtrade Zahlen, was erstaunlich ist. Da stellt sich natürlich die Frage, warum Bio in Deutschland erfolgreicher ist, als in anderen Ländern, während Fairtrade offensichtlich bei uns noch ein Nischendasein fristet.

Es würde mich interessieren, eure Meinung zu hören, woran das liegen könnte!

Es gab heute auf der Konferenz eine Break-out Gruppe zum Thema: Offering good practice – social aspects and fairtrade. Auf dem Podium hatte sich eine interessante Gruppe zusammengefunden. Zum einen waren SAI (Social Accountability International), der Geschäftsführer von FLO (Fairtrade Labelling Organisation) und die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) vertreten. Zum anderen aber auch Industrievertreter von Puma und Lidl.

Zu Beginn wurde über die SA8000 (Standard for Social Accountability) Zertifizierung gesprochen. Diese Zertifizierung wurde vor einigen Jahren von SAI entwickelt wurde. Dieser Standard deckt letztlich ein ähnliches Feld ab, welches auch von den Kriterien des Fairtrade Labels abgedeckt wird. Von den Anwesenden wurde allerdings bemängelt, daß ein Betrieb, der sich nach SA8000 zertifizieren läßt, nur schwer damit auch nach außen Werbung machen kann, da dieser Standard beim Verbraucher kaum bekannt ist und auch keine Labels dafür existieren.

Mehr Info zu SA8000 findet ihr bei SAI:
www.sa-intl.org

oder auf Deutsch unter:
http://www.tuv.com/de/sa_8000.html

Rob Cameron, der Geschäftsführer von FLO International e.V. repräsentierte mit dem Fairtrade Siegel eines der wenigen Siegel, die wirklich auf globalen Level Akzeptanz finden. In mittlerweile 58 Ländern findet das Fairtrade Siegel Anwendung. Mehr als 1.6 Millionen Produzenten arbeiten laut FLO nach dem Fairtrade Siegel Standards, die in Deutschland bei Transfair zusammengefaßt sind. Es gibt mittlerweile mehr als 1500 verschiedene Produkte. Gerade diese breite, länderübergreifende Anwendung des Siegels, macht das Fairtrade Logo für die Wirtschaft meines Erachtens so attraktiv, da der Wiedererkennungswert beim Verbraucher hoch ist.

Es bleibt zu hoffen, daß die vielen firmen-spezifischen Standards, die in den letzten 5 Jahren entstanden sind, um vom attraktiven Wachstum des Fairtrade Marktes eine Scheibe abzubekommen, so nach und nach auch in diesem Siegel aufgehen, denn die aufkommende Flut an unterschiedlichen Kriterien und Siegeln verwirrt vor allem die Verbraucher und führt sicherlich eher zu Verunsicherung als zu gesteigerter Nachfrage nach Fairtrade. Rob hob hervor, wie komplex und langsam es ist, zwischen all den verschiedenen nationalen Stakeholdern rund um Fairtrade, den Fairtrade Standard einvernehmlich weiterzuentwickeln. Dies ist sicherlich auch ein Grund, warum viele Firmen ihre eigene Suppe kochen, denn die läßt sich dann nach eigenem Gusto würzen. Wie fair das dann wirklich ist, ist für den Verbraucher ja oft nur schwer einzuschätzen.

Lidl und Puma präsentierten in Kürze deren Nachhaltigkeitsstrategien. Bei beiden war auch Fairtrade ein wesentliches Thema, wenngleich der Anteil fairer Produkte bei Lidl und Puma noch verschwindent gering ist.

Von den Industrievertretern im Publikum kam immer wieder Wunsch, doch ein Sustainability Siegel zu haben, wo ökologische, soziale und Produkt Aspekte gleichermaßen Anwendung finden. Dies wäre sicherlich auch aus Verbrauchersicht wünschenswert, allerdings scheint die Komlexität hinter einem solchen Siegel vielen Teilnehmern noch enorm. Ich glaube auch hier wird in den nächsten Jahren ein Umdenken erfolgen und es wird zusammenkommen, was zusammengehört.

Ich denke, hier sind wir gefordert, durch unser Konsumverhalten ein klares Zeichen zu setzen um so ein noch schnelleres Umsteigen dieser großen Unternehmen zu bewirken.

Insgesamt ist es höchst erfreulich, wie das Thema sozialer Standards einen immer größeren Raum bei Konferenzen und Messen rund um Nachhaltigkeit einnimmt. Auch auf der Biofach gibt es einen Sonderbereich zum Thema Fairtrade, von dem ich dann Morgen berichten werde.

Herzlich grüßt

Frank

Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 1

Wednesday, February 18th, 2009

Hello,
Today was the first day of the above mentioned international conference. Roughly 240 participants from different industry sectors, along with a number of green activists, such as Möbelmacher founder Herwig Danzer and Ecoworld Publisher Frith Lietsch are among the participants.

From an FAIRtrade perspective, the discussion panel on “Challenging Greenwashing and verifying sustainability” was the most interessting aspect. Sabine Peters-Halfbrodt, Kraft Foods, talked about, how Kraft Foods has build a cooperation with Rainforest Alliance. They have increased their volume of Rainforest Alliance coffee from 2500 tons in 2005 up to 30.000 tons in 2008. Of course, this is still only a small percentage of Krafts coffee production (Kraft owns brands such as Jacobs, Yuban, Kenco and many more) as was pointed out during the discussion.They also deliver this certified Coffee to all McCafé’s. I think the good news is, that by now, all big global players have understood the importance of Fairtrade, as one dimension of sustainability, for the consumers and start to give more focus to this topic.

Another interesting discussion was on labels. There was a desire to have one global standard label, which of course would be great, but makes the process of agreeing and maintaining a standard extremely slow and complicated. Still, there are definitely too many labels, also in FAIRrade, some of which, such as the Rainforest Alliance have sort of a FAIRtrade standard, however there label is way below the FAIRtrade criteria. This is very confusing for us, the consumers, as it is hard to tell, what we buy. This was discussed a lot! I really don’t see, why we need now company specific FAIRtrade labels on top of the Transfair label and the criterias of the One-World-Shops. This does only make things more complicated.

One participant told me today, that he would desire a system, where you find information about the performance on sustainability of a product, just the same way, as companies have to show the ingredients in a product. This, I think is the right way to approach this. This would really help all of us, to base our decisions on facts.

I would be interested in your thoughts and comments!

More tomorrow!

Kind regards

Frank