Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 3

Hallo liebe Menschen des kleinen Unterschieds,
Wie versprochen, auch heute wieder eine Zusammenfassung von der obigen Konferenz, die heute zu Ende ging, diesmal auf Deutsch.

Ich denke zusammenfassend läßt sich sagen, daß diese für Unternehmen ausgelegte Konferenz rund um das Thema Zukunftssicherung ein guter Start war. Alleine die Mischung der Teilnehmer, die gefühlt aus ca. 50% “Aktivisten”/grüne Unternehmer und Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft auf der anderen Seite bestand. Firmen wie Kraft, Lidl, Puma u.a. bekamen ein Forum, um ihre “Sustainability strategies”, wie das dann so schön heißt, vorzustellen. Eines hatten alle gemeinsam, die Form der Darstellung steht in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Leistung der Unternehmen rund um das Thema Zukunftssicherung.

Da sang Lidl das hohe Lied auf ihr Fairglobe Brand um dann auf Nachfrage aber zugeben zu müssen, daß es derzeit nur 12 zertifizierte Produkte in einem Sortiment von über 1100 Artikeln. Interessant war hier der Bericht über Lidl’s Launch eines MSC zertifizierten Fisches in Deutschland, der das alte Produkt ablösen sollte, aber 20 Cent teurer war. Es dauerte über 2 Jahre, ehe dieses Produkt im Markt wirklich etabliert war. Für viele ist eben immer noch Preis das alleinige Kaufkriterium. Dieses Verhalten wird in Zeiten sinkender Einkommen und höherer Arbeitslosigkeit sicherlich eher noch zunehmen!

Puma’s präsentierte seine S.A.F.E. Strategie, wo aber letztlich im Augenblick gerade einmal 150.000 Shirts aus fairer Produktion stammen und ein paar “faire” Fußbälle produziert werden. Von Kraft hatte ich ja gesterns schon berichtet. Auch REWE gab heute eine Präsentation zum Thema: “Sustainability – Opportunity or pre-condition for business?”. Auch der REWE Konzern hat hier viel Arbeit in eine durchgängige Strategie und Kommunikation nach innen, wie nach außen gesteckt und aus meiner Sicht von den Anwesenden die handfestesten Umsetzungsaktivitäten auf den Weg gebracht. Da wurden entlang der gesamten Beschaffungskette Partnerschaften z.B. mit WWF und Greenpeace etabliert, um das Thema Zukunftssicherung im Fokus zu haben. Auch wurden alle deutschen Betriebe der REWE auf Öko-Strom umgestellt. Das hat mir persönlich gut gefallen, denn hier wurden nicht nur ein paar Produkte als Feigenblatt und Testballon für diesen kommenden Markt etabliert sondern auch nach Innen werden Maßnahmen umgesetzt. Das wirkte für mich noch am Glaubwürdigsten.

Zusammenfassend läßt sich sagen, da die Unternehmen gerade mal beginnen an der Oberfläche zu kratzen und meist immer mit dem Alleinigen Fokus diesen Markt nicht zu verschlafen. Dies zeigt aber auch wieder wie wichtig die Rolle des Konsumenten, also unsere Rolle!, hier ist!

Es ist ja auch sehr positiv, daß mittlerweile jedes größere Unternehmen Mitarbeiter mit der Ausarbeitung und Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie beauftragt hat. Das macht Hoffnung, daß aus diesen ersten Gehversuchen schnell auch konkrete, weiterführende Aktionen und ein Umdenken um den Produktmix entstehen kann, auch ohne gesetzliche Zwänge, rein getrieben von der Marktentwicklung.

Am Vormittag hatte Alexander Müller von der FAO (Food and Agriculture Organization der UN) interessante Szenarien rund um die Themen Wasser, Nahrung und Ressourcen Verbrauch gezeigt. Über die nächsten 20 Jahre werden sich gerade in Afrika und Asien drastische Engpäße, weit über das heutige Maß hinaus, ergeben, sowohl was die Nahrungsmittelversorgung, gerade in den schnell wachsenden Ballungsräumen anbetrifft, als auch bei der Wasserversorgung. Wir laufen hier sehenden Auges in eine Katastrophe wenn hier nicht schnell auf globalen Level gegengesteuert wird.

Ich denke, es ist gut, daß es eine solche Konferenz gibt. Gerade auch wegen des Austausches, der hoffentlich auch zu Umdenken oder zumindest Abwägen neuer Alternativen führen könnte.

Es hat mich wieder einmal bestärkt, daß es wichtig ist, möglichst viele Menschen zu erreichen um mit unserem Konsumverhalten für eine zukunftsfähige Welt abzustimmen!

Herzlich grüßt

Frank

One Response to “Berichte von der Sustainability Konferenz in Nürnberg Teil 3”

  1. [...] Braun beschreibt in vier Artikeln seine Eindrücke von der Konferenz: 1 – 2 – 3 [...]

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